Länge der Tour: Von Iversheim bis Lüftelberg / Bf Kottenforst ca. 30 km, von Euskirchen bis Lüftelberg / Bf Kottenforst ca. 23 km
Schwierigkeitsgrad: leicht, bis auf Ortsdurchfahrten entweder auf Radwegen oder meist autofreien Nebenrouten. 
Charakteristik: fast durchgehend asphaltierte Routen, meist durchgängige Wegweisung (landesweites Radverkehrsnetz NRW, Tälerroute, Erft-Radweg, D4-/D5-Route, D7-Pilgerroute,  Wasserburgenroute, Römerkanal-Wanderweg). Auch für Kinder und weniger geübte Radler geeignet. Hohes Kfz-Verkehrsaufkommen in Euskirchen und in Rheinbach!

Anschlusstouren:

  • Entlang der römischen Wasserleitung, Abschnitt 3 (Lüftelberg – Brühl – Köln)
  • Wasserburgen-Route in Richtung Bonn-Bad Godesberg

Die Wasserleitung verläuft auf diesem Abschnitt leicht fallend durch die Voreifel. Von dem ehemaligen Viadukt zwischen Rheder und Stotzheim zur Überwindung der Erftauen ist heute nichts mehr zu erkennen. Zwischen Rheinbach und Meckenheim-Lüftelberg knickt die Leitung in einem 90°-Winkel links ab zur Überwindung der Swistaue.

Vom Haltepunkt Iversheim die B 51 überqueren, in den Ort hineinfahren, dann links der Radwegweisung in Richtung Euskirchen bzw. Stotzheim folgen. Die Erft fließt eingezwängt von hohen Kanalmauern mitten durch den Ort, auf der rechten Seite folgen wir dem Verlauf, am Ortsende folgen wir der Wegweisung geradeaus, erreichen Arloff über die Straße In der Fließ, lassen das Hammerwerk rechts liegen, durchfahren Arloff, biegen rechts in die Bahnhofstraße, folgen anschließend rechts der Bachstraße, machen über die Straße Im Baist einen kurzen Abstecher zur Burg Kirspenich, kehren zur Bachstraße zurück, biegen an der Kirche nach links in die Brückenstraße ein und folgen vor der Brücke dem Radweg (Tälerroute / Erft-Radweg) Richtung Kreuzweingarten.

Burg Kirspenich: Wasserburganlage aus dem 13. / 14. Jh mit massivem Wohnturm

Vor dem Haltepunkt überqueren wir nach links das Gleis und fahren in den Ort hinein. Nach Querung der stark frequentierten B 51 weist uns ein Hinweisschild auf die röm. Wasserleitung hin.

Röm. Wasserleitung (Aufschluss): In der Nähe des Sportplatzes (Am Römerkanal) ist ein Aufriss zu sehen. Die Führung der Leitung war an dieser Stelle recht steil (10 % Gefälle), man wollte wohl einen günstigen Ansatzpunkt zum Bau des Aquädukts schaffen, der bei Stotzheim die Erft querte.

Zurück wieder über die B 51, in den Ort über die Erftbrücke, nun wieder der Wegweisung in Richtung Stotzheim folgen. Kurz vor dem Euskirchener Ortsteil Rheder und vor Erreichen der Erft folgen wir dem Erft-Radweg nach rechts.

Wir erreichen Stotzheim über die Straße An der Liersmühle, queren das Bahngleis, dahinter biegen wir links in die Hardtstraße ein, danach in Höhe der Bushaltestelle „Friedhof“ links, dann rechts und fahren im weiteren Verlauf entlang der Stotzheimer Straße durch den Ort (verkehrsberuhigter Bereich).

Im Bereich der Erftaue zeugt der natürlich entstandene östlich des Hauptflusses liegende Erftmühlenbach von der Vergangenheit der Gegend als Mühlenstandort. So gab es auf einer Länge von 12 km immerhin 24 Mühlen (Loh-, Öl-, Getreide-, Walk- und Papiermühlen). Zur besseren Nutzung der Wasserkraft wurde der Verlauf des Mühlenbach immer wieder korrigiert.

Am Ortsende verlassen wir den verkehrsberuhigten Bereich, biegen links auf die L 119 ein, kurz vor dem Bahnhof rechts (Adolf-Halstrick-Straße), über Im Mühlenfeld, vorbei am Gewerbegebiet und in der Folge immer geradeaus bis zur Querung der Kreisstraße K 24 (Euskirchen – Rheinbach). Hier geht es entlang der Vivaldistraße weiter geradeaus; nach ca. 400 m weist ein Schild auf Parkmöglichkeiten und den Eingangsbereich am Rheinischen IndustriemuseumTuchfabrik Kuchenheim hin.

 

Alternative: Von Euskirchen nach Kuchenheim (-Rheinbach – Lüftelberg)

-> Wer die Tour in Euskirchen beginnt, fährt von der Rückseite des Bahnhofs kommend über den dortigen Park & Ride – Parkplatz, dann entgegen der Wegweisung geradeaus (An der Vogelrute) durch das Gewerbegebiet, quert die Industriestraße, biegt rechts in die Römerstraße ein; am Kreisel angekommen, links auf dem Rad-/Gehweg (Vorsicht in Höhe der Bushaltestelle: Engstelle!) entlang der Roitzheimer Str. (K 24), am Kreisel in Fahrtrichtung geradeaus über der B 51 hinweg und weiter auf dem linksseitigen Radweg der K 24 bis zur Einmündung in die Carl-Koenen-Straße. Diese links hineinfahren, wenig später zeigt ein Hinweisschild auf den Parkplatz und den Eingang am LVR-Industriemuseum Schauplatz Euskirchen hin.

Eines der bedeutendsten Relikte der frühen Industrialisierung im Euskirchener Raum ist die 1961 stillgelegte Tuchfabrik Ludwig Müller (LVR-Industriemuseum Schauplatz Euskirchen) in Kuchenheim. Sie dokumentiert mit ihrem komplett erhaltenen Maschinenpark und Kleininventar die einst vorherrschende, heute jedoch verschwundene Wolltuchindustrie der Region. 30 Jahre später wurde die damals abgeschlossene Fabrik wiedereröffnet – als Industriemuseum des Landschaftsverbandes Rheinland. Heute kann der interessierte Besucher alte Dampfmaschinen, Wollkämmanlagen und Webstühle im Einsatz sehen.

Zurück links am Museum vorbei wieder in die Vivaldistraße, diese bis zur K 24, dort auf den linksseitigen Radweg (D4-/D7-Route) einbiegen und geradeaus weiter, am Kreisel weiter in Richtung Palmersheim. Kurz vor Palmersheim führt uns die Radroute links (Rodderbach) an der Kläranlage vorbei, dann rechts durch die Krebsgasse und rechtsversetzt in die Elisabethstraße. Im weiteren Verlauf queren wir die Landstraße L 11 am Ortsende und folgen der Wegweisung (D4/D7) weiter durch die Schornbuschstraße in Richtung Schweinheim. Nach Queren des Orbach in Höhe der Lappermühle geht es nun rechts (Wasser-Burgen-Route) in Richtung Schweinheim. Vor uns liegt Burg Ringsheim; auf der Kreisstraße (K 51) biegen wir links ein (Wasser-Burgen-Route, Römerkanal-Wanderweg). Nun geht es eine Weile geradeaus auf einem gut angelegten Rad-/ Gehweg vorbei an der Siedlung Schornbusch bis nach Rheinbach. Am Ortsbeginn queren wir die Umgehungsstraße (L 493) und fahren dort rechts auf dem linksseitigen Radweg entlang, am nächsten Kreisel links auf dem linksseitigen Radweg weiter bis zum nächsten Kreisel, dort in Fahrtrichtung geradeaus weiter, nach 50 m rechts in die Turmstraße einbiegen (Vorsicht: sehr schmale Radwege, besser auf der Fahrbahn bleiben!). Wir erreichen nun den Wasemer Turm (Prümer Wall) die ehemalige Burganlage der mittelalterlichen Stadtbefestigung.

Rheinbach: Diese ehemalige kurkölnische Stadt (als Stadt erstmals erwähnt 1298) wurde 1944/45 erheblich zerstört. Dennoch sind noch einige hübsche  Fachwerkhäuser erhalten geblieben. Die ehemalige Burg gehörte im 8. Jh zur Abtei Prüm. Die Burg wurde um 1190 durch die Ritter von Rheinbach errichtet, die  auch die Siedlung zu einer Stadt ausbauten. 1342 übertrug dieses Geschlecht ihre Rechte an Burg und Stadt an den  Erzbischof von Köln. Heute steht lediglich der Bergfried (Hexenturm) mit Torbau, deren Gestein stammt zum Teil aus den Gussbetonblöcken der ehemaligen römischen Wasserleitung, die am Rande des mittelalterlichen Rheinbachs verlief. Die Burgruine ist heute mit einem Schulbau verbunden. Von der Stadtbefestigung sind der Wasemer Turm (14. Jh) und der viereckige Kallenturm erhalten geblieben. Stadtmauern und Halbtürme sind an mehren Stellen der Stadt durch Aufmauerungen sichtbar gemacht worden. An mehren Stellen der Stadt, u. a. an der Pützstraße sind Teilstücke der Römischen Wasserleitung aufgestellt. Die Wasserleitung verlief vom Rodderfeld kommend, über die Münstereifeler Straße, Bahnhofstraße, Kriegerstraße und Römerkanal.

Durch die Innenstadt (Vorsicht: hoher Kfz-Verkehr!) am besten links durch das Wasemer Tor, die Pützstraße entlang vorbei am Teilstück der röm. Wasserleitung, rechts auf die Hauptstraße, hinter der Kirche links in die Straße Kallenturm  einbiegen, geradeaus bis zum Turm, dann links in die Grabenstraße. An der nächsten Ampel rechts in die Schweigelstraße, die zwischen Rathaus und Amtsgericht hindurchführt. Die nächste Straße rechts einbiegen; vor uns befindet sich der Bahnhof Rheinbach.

Vom Bahnhofsvorplatz aus nach rechts, dann links durch die Unterführung (Rad-/Gehweg), auf der anderen Seite rechts weiter, unter der Umgehungsstraße sowie der Autobahn hindurch weiter geradeaus. Nach ca. 2 km in Höhe eines Bahnüberganges geradeaus in einem Linksschwenk weiter fahren (rundes grünes Schild mit Fahrradsymbol). Der Weg knickt nach links, dann sofort wieder rechts ab und verläuft durch die Apfelplantagen von Meckenheim. Kurz darauf geht es rechts weiter, an der kommenden Kreuzung links einbiegen. Nach einer Weile queren wir die L 163, fahren weiter durch die Apfel- und Erdbeerplantagen, am Wegende links, dann über den Swistbach im spitzen Winkel rechts, leicht bergauf zur Kreisstraße K 53.

Römischer Aquädukt: In Höhe der Einmündung befindet sich eine Rekonstruktion des Aquädukt-Pfeilers der röm. Wasserleitung, die an dieser Stelle auf einer Länge von 1.400 m den Swistbach gequert hat. Weitere Daten: Höhe bis 11m, ca. 300 Brückenbögen mit einer Bogenöffnung von 3,56 m, Tagesdurchlauf an Wasser: ca. 20.000 m3.

-> Tipp: Wer an einem Werktag unterwegs ist und die Tour beenden möchte, muss nun rechts auf dem Radweg weiter fahren, der Wegweisung über den Kreisel folgen, der nächsten Abzweigung im Schutze einiger Verkehrsinseln in die Straße Am Pannacker einbiegen und auf einem schmalen Radweg linksseitig weiterfahren, über eine Brücke die Bahnlinie überqueren. Im spitzen Winkel geht es dann links zum Park & Ride-Platz barrierefrei auf den Bahnsteig des Haltepunkts Industriepark der Voreifel-Bahn in Bonn und Euskirchen.

Ansonsten führt uns die Route von der Info-Tafel an der Einmündung zur Kreisstraße K 53 nach links auf dem linksseitigen Radweg in den Meckenheimer Ortsteil Lüftelberg, dort geht es auf der Fahrbahn weiter durch den Ort (Südstraße, dann links in die Petrusstraße). Dort empfiehlt sich ein Halt an der Pfarrkirche St. Peter und danach links über die Schlossstraße zur Wasserburg Lüftelberg. Von dort zurück nach links in die Petrusstraße, nach rechts in die Kottenforststraße hinein, später am Ortsende die neue Umgehungsstraße queren, geradeaus auf der Kottenforststraße weiter bis zum Bf Kottenforst, einem über 130 Jahre alten Bahnhofsgebäude mit schönem Fachwerk. Der Biergarten mit angrenzendem Spielplatz ist ein beliebter Ausflugspunkt für Radler mit Kindern. Hier kann man die kinderfreundliche Tour ausklingen lassen.

 

Quelle: Norbert Schmidt

 
Nach oben