Station Nr. 53

Köln-Klettenberg, Kern eines Pfeilers

der römischen Wasserleitung nach Köln

[Wanderweg Km 116,5]

Die erste Wasserleitung des römischen Köln, errichtet in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr., führte aus dem Vorgebirge unterirdisch bis in den Bereich des heutigen Grüngürtels. Ab dort musste das Leitungsgerinne auf einer Bogenreihe bis zur Stadt geführt werden, um eine Talsenke zu überwinden. Um 50 n. Chr., zur Zeit der Gründung der Colonia Claudia Ara Agrippinensium / CCAA, erhielt die Wasserleitung ein zweites Stockwerk mit einem schwächeren Gefälle. In dieser neuen Leitung wurde dann ab 80 / 90 n. Chr. ab Hermülheim auch das Wasser der Eifelleitung geführt.

Von der unteren (älteren) Bogenreihe hat sich ein einziger Pfeilerstumpf erhalten, der bis in die 60er Jahre des 20. Jahrhunderts mitten auf dem gegenüberliegenden Fahrbahnstreifen der Berrenrather Straße gestanden hat. Er wurde 1963 an seinen heutigen Standort versetzt.

Vom Pfeiler ist nur der Kern aus Stampfbeton (Opus camenticium) erhalten. Die Verkleidung (vermutlich aus Tuffstein) ist wohl ein Opfer mittelalterlichen Steinraubes geworden – wie das Mauerwerk des zweiten Stockwerks dieser Hochleitung und die übrigen Pfeiler auch. Man hat hier die gebrochenen Steine – besonders in der Zeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert – gern als Baumaterial in Zweitverwendung für die Burgen, Kirchen und Klöster der Romanik genutzt.

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