Station Nr. 52

Köln

[Wanderweg Km 115,7]

Das Absetzbecken im Grüngürtel

Blick in das Absetzbecken.
Die Spülschleuse (Abflussöffnung) in Sohlenhöhe war im Normalbetrieb verschlossen und wurde nur zur Ausspülung des abgelagerten Schlamms geöffnet.
Die Abflusseinrichtung von außen.

Ein wichtiges Modul im Verlauf der römischen Wasserleitungstrassen waren Einrichtungen zur Klärung des Wassers, bevor es in das städtische Verteilungsnetz eingespeist wurde. Die dazu notwendigen Kleinbauwerke hat man in der Regel kurz vor dem Erreichen der Stadtmauern im Leitungsverlauf installiert.

Die Anlage im Kölner Grüngürtel bestand aus zwei miteinander verbundenen Becken auf einem soliden Fundament. Das größere Becken in der Längsrichtung der Leitung hatte 10 m3 Fassungsvermögen und diente als Schlammfang. Infolge des im Beckenbereich vergrößerten Querschnittes und des dadurch verlangsamten Durchfl usses setzten sich Sand und andere Schwebteilchen selbsttätig ab.

Der Ablauf des Absetzbeckens lag in Sohlenhöhe und war im Normalbetrieb durch eine Kugel oder einen Stopfen verschlossen. Bei Reinigungsaktionen wurde der Ablauf geöffnet und durch den Druck des im Becken befindlichen
Wassers wurde der auf der Sohle abgelagerte Schlamm hinaus gespült.

Das Bauwerk hatte aber auch noch eine zweite Funktion zu erfüllen; es diente nämlich auch noch als Ablenkbecken, um im Falle von Reparaturarbeiten die angeschlossene Hochleitung Richtung Köln trockenlegen zu können.

Sechs antike Münzen, die in den Sohlenmörtel eingedrückt gefunden wurden, lieferten die Datierung dieses Bauwerks und damit auch die Bauzeit der ersten Kölner Vorgebirgsleitung: Sie führten in die erste Hälfte des 1. Jahrhunderts n. Chr. um das Jahr 30 n. Chr. Bei der Aufstockung der Leitung nach Kölns Erhebung zur Kolonie (CCAA) um 50 n. Chr. wurde das Becken dann außer Betrieb gesetzt und diente fortan als Substruktion für einen der Pfeiler, der nunmehr schon bei Hermülheim beginnenden Hochleitung.

Neben dem Becken ist ein bei Mechernich-Breitenbenden geborgenes Teilstück der Eifelwasserleitung aufgestellt worden.

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