Station Nr. 51

Hürth-Hermülheim

[Wanderweg Km 113,2]

Der Aufschluss der Doppelleitung

Hürth-Hermülheim, Doppelleitung; Grabungsfoto von 1962.
Rekonstruktion über dem Grabungsbefund.

Die bei der Burg von Hermülheim beginnende Sammelleitung für das Wasser von fünf Quellen im Vorgebirgshang war nach der Erhebung Kölns zur Kolonie (um 50 n. Chr.) aufgestockt worden. Bei den hierfür erforderlichen Baumaßnahmen wurde die ältere Leitung als Substruktion benutzt: Man setzte deren Rinne mit Tuffquadern zu und errichtete darauf die Pfeiler für die auf Bogenstellungen geführte neue Hochleitung. In deren Rinne wurde auch das Wasser der zwischen 80 und 90 n. Chr. angeschlossenen Eifelwasserleitung
transportiert.

Bei der Anlage eines Sportplatzes an der Westseite des städtischen Schulgeländes (1962) ist diese zweiperiodige Wasserleitung in gutem Erhaltungszustand angetroffen worden. Diese Fundstelle ist heute ergänzt, konserviert und mit einem Schutzbau versehen.

Zuunterst findet sich die Rinne aus Gussmauerwerk mit Basaltkleinschlag. Die Bögen der Aufstockung ruhten auf Pfeilern mit einem Abstand von 4,20 m von Mitte zu Mitte. Der Ausgrabungsbefund zeigt, dass die Pfeiler hier nur zwei bis drei Steinlagen hoch und mit handgerechten Grauwacken verblendet waren. Darauf lagen Kämpfersteine aus Tuff, auf deren schrägen Schultern sich die den höher gelegenen Kanal tragenden Bögen stützten. Das Zwickelmauerwerk
war wiederum mit Grauwacke verblendet. Pfeiler und Bögen trugen ehemals die gemauerte Rinne, von der 1962 nichts mehr gefunden wurde.

Da die Leitung in der zweiten Bauphase mit einem schwächeren Gefälle als der Vorgängerbau ausgestattet war, erreichte man in Köln eine größere Versorgungshöhe und konnte die Leitung bis an die neue Stadtmauer heranführen. Dort hatte man einen der Türme als Wasserturm (Castellum divisorium) ausgebaut.

Besuchen Sie nahegelegene Stationen:

Station Nr. 47
Kanalabbruch als Baumaterial der mittelalterlichen Burg Fischenich. [Wanderweg 7,4 km Richtung Nettersheim]
Station Nr. 52
Absetzbecken zur Klärung des Wassers. [Wanderweg 2,5 km Richtung Köln]
Station Nr. 53
Stampfbetonkern eines Pfeilers der Hochleitung. [Wanderweg 3,3 km Richtung Köln]
Nach oben