Station Nr. 47

Hürth-Fischenich

[Wanderweg Km 105,8]

Verwendung von Römerkanalabbruch in der Burg

Burg Fischenich, Schicht für Schicht Römerkanalabbruch.
Römischer Stampfbeton, rötlicher Innenverputz und Kalkablagerung sind bei genauer Betrachtung gut zu erkennen; in den Ausgleichsschichten wurden Handquadersteine verwendet.

Ein besonders schönes Beispiel für die Wiederverwendung von ausgebrochenem Römerkanal als Baumaterial findet sich in Hürth-Fischenich, wo fast die gesamte Burg aus diesem Material errichtet worden ist.

Die in der Ortsmitte gelegene Ruine der ehemaligen Burg ist heute von einer kleinen Wohnanlage umgeben. Dennoch kann man gut an das Baudenkmal herankommen. Die Burg Fischenich war im 12. / 13. Jahrhundert erbaut worden; Herren der Burg waren die Ritter gleichen Namens. In den erhaltenen Resten des Burgmauerwerks ist deutlich erkennbar, wo das Material zum Bau der Burg im Mittelalter gewonnen worden ist. Wir erkennen Blöcke von Stampfbeton (Opus caementicium), denen ein hydraulischer, rötlicher Putz (Opus signinum) samt einer Kalksinterablagerung anhaftet. Das macht deutlich, dass es sich bei diesem Material um wiederverwendete Teilstücke der römischen Eifelwasserleitung nach Köln handelt.

Diese Art der Steingewinnung war im Mittelalter rechts und links der Trasse der römischen Eifelwasserleitung sehr verbreitet. Da die Wohngebäude im Mittelalter in der Regel in Fachwerk ausgeführt wurden, finden wir das Baumaterial aus dem Steinbruch Römerkanal allerdings in erster Linie in Kirchen, Klöstern und Burgen. Die Burg Fischenich ist bei den Kämpfen im Truchsessschen Krieg (1584) zerstört worden und seitdem eine Ruine.

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