Station Nr. 29

Rheinbach

[Wanderweg Km 60,3]

Teilstück des Römerkanals aus Mechernich-Breitenbenden

Das hier zu sehende Teilstück der Eifelwasserleitung wurde dem Trassenverlauf bei Mechernich-Breitenbenden entnommen. Der Römerkanal musste im dortigen Streckenabschnitt einem Straßenprojekt weichen.
Mechernich-Breitenbenden. Der Blick in das Innere des Römerkanals zeigt die massenhafte Kalkablagerung.

Der Stadtkern von Rheinbach wurde von der römischen Eifelwasserleitung voll durchfahren. Die Leitung bog von Palmersheim / Flamersheim kommend auf das Stadtgebiet ein. Noch heute zeigen Münstereifeler Straße, Kriegerstraße und die Straße „Römerkanal“ den ehemaligen Verlauf der Trasse in etwa an. Die Abmessungen und die Bauart des in Rheinbach durch mittelalterlichen Steinraub fast vollständig entfernten Bauwerkes werden an mehreren im Stadtgebiet aufgestellten Teilstücken sichtbar gemacht.

Abgesehen von dem Teilstück hier in der Pützstraße stammen alle übrigen im Stadtgebiet aufgestellten Teilstücke aus archäologischen Fundstellen in Rheinbach selbst und zeigen ein aus Stampfbeton (Opus caementicium) gefertigtes Gerinne. Dieses ist in einer Verschalung aus Holzbrettern gefertigt worden. Das hier aufgestellte Teilstück stammt aus Mechernich-Breitenbenden (Station 16) und zeigt eine andere Technik: Seine Seitenwangen sind nach der Methode der „verlorenen“ Schalung hergestellt worden – d. h., man hat bei der Herstellung der Wandung keine Holzverschalung verwendet, sondern die Innenseiten der Wangen aus Handquadersteinen aufgesetzt und den Raum bis zur Baugrubenwand mit kleineren Bruchsteinen unter reichlicher Verwendung von Mörtel aufgemauert. Für den Bau des Gewölbes hat man auch hier ein hölzerneres Lehrgerüst verwenden müssen, dessen negativer Abdruck an
der Gewölbeinnenseite gut zu erkennen ist.

Die Kalkablagerung im Leitungsinneren war im Mittelalter hochbegehrt, denn daraus ließen sich wunderschöne Werkstücke zur Ausschmückung der romanischen Kirchen fertigen. Als „Aquäduktmarmor“ fand dieses Material in halb Europa Verwendung.

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Station Nr. 36
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