Station Nr. 25

Euskirchen-Niederkastenholz

[Wanderweg Km 49,4]

Pfeilerreste des Römerkanals und Aquäduktmarmor

Rest der Betonpfeiler in der Kirchhofsmauer.
Treppenstufe im unteren Kirchhofeingang aus Kalksinter der Eifelwasserleitung.
Brunnenkranz und Mauerwerk (römisch) neben St. Laurentius stehen vermutlich in Zusammenhang mit der Villa rustica von Niederkastenholz.

In Kirchheim war im Jahre 1977 eine römische Quellfassung entdeckt worden. Die von dieser Wasserfassung gespeiste Steinleitung konnte bis Niederkastenholz verfolgt werden. Ein Anschluss dieser Leitung an die Eifelwasserleitung nach Köln war allerdings archäologisch nicht nachzuweisen. Es ist deshalb wahrscheinlicher, dass sie der Versorgung einer Villa rustica (römisches Landgut) gedient hat, deren Reste in Niederkastenholz nördlich der Kirche nachzuweisen sind. Die Stümpfe römischer Stampfbetonpfeiler (Opus caementicium) im Bürgersteig neben der südöstlichen Kirchhofsmauer könnten zu dieser Wasserleitung gehört haben. Sie befinden sich heute noch an ihrem ursprünglichen Standort.

In der Kirche St. Laurentius ist Baumaterial aus der Eifelwasserleitung an mehreren Stellen verwendet worden. Schon bei der Stufe im unteren Eingang zum Kirchhof handelt es sich um Sinterplatten, die aus der Kalkablagerung in der Eifelleitung gefertigt worden sind. In der Kirche findet man dieses Material mehrfach verwendet, z. B. für eine Ruhebank in der Eingangshalle und in der Altarplatte.

Dem Laurentius-Brunnen ist in seiner heutigen Form der römische Ursprung nicht mehr anzusehen, allerdings ist der aus Sandstein gefertigte antike Brunnenkranz in Niederkastenholz noch erhalten: Er war jahrzehntelang als Beeteinfassung auf dem Schulhof zwischenverwendet worden, ehe es vor ein paar Jahren gelang, ihn von dort an seinen heutigen Platz neben dem Brunnen zu verlagern. Das Opus caementicium-Mauerwerk beim Brunnen und jenseits der Straße ist eindeutig römischen Ursprungs und stand mit den Bauten der o. e. Villa rustica in Verbindung.

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