Station Nr. 19

Mechernich-Lessenich

[Wanderweg Km 35,8]

Trassenverlauf „Grüner Winkel“ und Lage des Tosbeckens

Trassenverlauf von provisorischer Holzleitung (rot gestrichelt) um den Bergsporn herum und Steinkanal (blau) als Bergdurchstich. Kurz vor dem Treffpunkt der beiden Trassen hatte man das Tosbecken gebaut.
Blick auf die Stufe in der Sohle des Römerkanals, mit dem man den Höhenversprung von 38 cm durch den Einbau eines Tosbeckens ausgeglichen hat.
Zeichnerische Darstellung des Tosbeckens: Der Längsschnitt zeigt den Höhenversprung in der Sohle; in der Draufsicht wird deutlich, dass man die lichte Weite des Kanals vergrößert hat, um die Fließgeschwindigkeit im Becken zu verringern.
Das Tosbecken während der Ausgrabung 1980.

Obwohl in diesem Trassenabschnitt im Gelände von der römischen Eifelwasserleitung kaum etwas zu erkennen ist, haben wir hier einen für die Betrachtung des römischen Fernwasserleitungsbaus äußerst wichtigen Befund vor uns. Hier wurde weltweit zum ersten Mal archäologisch nachgewiesen, dass die Römer ihre Fernwasserleitungen in Baulosen ausgebaut haben. Dazu war die Gesamttrasse in ca. 20 einzelne Bauabschnitte unterteilt worden, in denen gleichzeitig gearbeitet werden konnte. Das 1980 ausgegrabene Tosbecken, mit dem der durch das Aufeinandertreffen zweier Baulose aufgetretene Höhenversprung ausgeglichen worden ist, ist in dieser Form in keiner anderen römischen Wasserleitung nachgewiesen.

Die Höhenversprünge in den Baulosgrenzen römischer Fernwasserleitungen sind das Ergebnis der bei der Gefälleabsteckung zur Anwendung gekommenen Vermessungsmethode. Da bei dieser Methode die Erdkrümmung nicht ausgeglichen wurde, bewegte man sich auf der Tangente zur Erdkrümmung und stieß aus diesem Grunde in jedem Fall zu hoch auf den Anfang des Anschlussbauloses.

In dem in einer Weide westlich des Bergsporn-Durchstiches „Grüner Winkel“ 1980 ausgegrabenen Bauwerk wurde ein Tosbecken erkannt. Durch dieses Bauwerk wurde ein Höhenversprung in einer Baulosgrenze und zwar in einer Größenordnung von 0,35 m ausgeglichen.

An diesem Becken kommen die beiden parallel geführten Leitungsstränge (siehe Stationen 18a–c) zusammen: Die provisorische hölzerne Leitung, die um den Bergsporn herumgeführt worden war, und der endgültige Steinkanal, für dessen Ausbau der 14 m hohe Geländesattel beim Bergsporn „Grüner Winkel“ durchstochen werden musste.

Das ausgegrabene Tosbecken musste nach der archäologischen Untersuchung wieder mit Erdreich überdeckt werden.

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