Quellfassung Grüner Pütz

Funktionsweise der Sickerleitung am „Grünen ütz“ (aus: Geologischer Wanderpfad der Gemeinde Netersheim, S. 65).
Der Grüne Pütz während der Ausgrabung 1975. Dabei wurden die Quader des mächtigen Sandsteinfundamentes freigelegt.
Der Eckstein mit dem Medusen-Haupt war schon bei den Ausgrabungen von 1952 gefunden worden; 1975 sind beim Wiederaufbau der Wandungen Repliken verwendet worden.

Die vier Stränge der Eifelwasserleitung nach Köln wurden sämtlich aus Quellfassungen gespeist, wobei die Methoden der Wasserfassung den jeweiligen Wasservorkommen angepasst waren. Am Grünen Pütz bediente man sich einer 80 m langen Sickerleitung, deren bergseitige Wange ohne Mörtel, also wasserdurchlässig gebaut worden ist, so konnte das aus dem Hang quellende Wasser eindringen. Die talseitige Wange war anders gebaut worden, denn hier  sorgte die Vermörtelung und ein künstlich eingebrachtes Dichtungspaket aus Ton dafür, dass einerseits kein Trinkwasser verloren ging und andererseits das Bachwasser des Urfttales aus dem Kanal ferngehalten wurde. Der Reinhaltung des Quellwassers dienten außerdem eine Abdeckung aus mächtigen  Sandsteinplatten sowie eine Kiesschüttung auf der Sohle, die ansonsten nicht weiter ausgebaut war.

Die Brunnenstube Grüner Pütz war das Bindeglied zwischen der Sickerleitung und der nach Köln führenden Wasserleitung. Zwei kleine Durchbrüche in den Sandsteinblöcken des 1,93 m x 1,86 m messenden Fundamentes ließen zusätzliches Quellwasser eindringen. Der Schwellstein am Beginn der Wasserleitung bewirkte eine kleine Aufstauung des Wassers in der Brunnenstube, wodurch eine Beruhigung und Klärung des Wassers erreicht  wurde. Zur Frostsicherung war sowohl die Sickerleitung als auch die an den Grünen Pütz angeschlossene Leitung mit Erdreich überdeckt.

Auf dem Sandsteinfundament waren die Wände der Brunnenstube mit  Grauwackehandquadern aufgemauert. Den oberen Abschluss der Seitenwände bildete eine halbrund gearbeitete Sandsteinbekrönung, die an den Ecken der nach oben offenen Brunnenstube mit Medusen-Häuptern versehen war; dadurch gedachte man Unheil von der Quelle abzuhalten.

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Die Römerstraße Köln-Trier kreuzt 200 m östlich von hier das Urfttal. Der steile Anstieg des Römerkanal-Wanderweges im südlichen Urfttalhang ist identisch mit der „Agrippastraße“. Auch im Eichtertal, das 200 m westlich von hier nach Süden abzweigt, ist ein Trassenzweig dieser wichtigen Straßenverbindung nach Süden zu verfolgen.

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