Die römische Wasserleitung aus der Eifel nach Köln

Nettersheim, Grüner Pütz (Station Nr. 1).
Mechernich-Vussem, Aquäduktbrücke (Station Nr. 13).
Mechernich-Eiserfey, Sammelbecken für zwei Leitungsäste (Station Nr. 11).
Köln, Absetzbecken zur Klärung des Wassers im Kölner Grüngürtel (Station Nr. 52).
Meckenheim-Lüftelberg, St. Petrus, Grabplatte der hl. Lüfthildis aus Aquäduktmarmor (Station Nr. 36).

Schon ab ca. 30 n. Chr. war das Oppidum Ara Ubiorum durch eine mehrere Kilometer lange Fernwasserleitung von Quellen im Hang des Vorgebirges versorgt worden. Mit Erlangung der Rechte einer Colonia wurde das vorhandene System 50 n. Chr. ausgebaut. Nachdem die Colonia Claudia Ara Agrippinensium 80/90 n. Chr. Hauptstadt der neueingerichteten Provinz Niedergermanien geworden war, orientierte man sich in der Wasserversorgung neu und baute den Eifel-Aquädukt.

Als reine Gefälleleitung (Freispiegelleitung) konzipiert, schmiegte sich die Trasse der Leitung an das natürliche Geländerelief an. In ihrem Verlauf musste die Leitung zahlreiche Geländehindernisse überwinden, deshalb wurden aus der 50 km langen auf der Luftlinie gemessenen Strecke zwischen den Quellen und Köln 95,4 km Trassenlinie. Beim Bau waren aber nicht nur unzählige Seitentäler auszufahren und zahlreiche Bergsporne zu umrunden, sondern es standen im Trassenverlauf auch zwei besonders schwierige Hindernisse im Wege: Die Wasserscheide zwischen Maas und Rhein wurde bei Kall durch einen besonders zurückhaltenden Umgang mit Energiehöhe im Urfttal überwunden. Und um das Vorgebirge, das sich hinter Erft- und Swistbachtal wie ein 60 m hoher Sperrriegel quer zur Trasse in den Weg stellte, überqueren zu können, wurde eine 20 km lange Umwegschleife angelegt, die weit in das Swistbachtal hineinreichte.

Planung, Trassierung und Bauausführung dieses Aquäduktes sind Glanzleistungen antiken Ingenieurbaus. In kaum einer anderen Wasserleitung wurden technische Elemente des antiken Wasserleitungsbaus in einer Vielfalt vorgefunden, wie hier am Rhein.

Die Baumeister des Mittelalters nutzten die Eifelwasserleitung als Steinbruch, um Baumaterial für die Kirchen, Klöster und Burgen zu gewinnen: In der Zeit vom 11. bis zum 13. Jahrhundert war Römerkanalabbruch ein beliebtes Baumaterial im Rheinland und wurde darüber hinaus bis nach Dänemark und in die Niederlande verhandelt. Aus der Kalkablagerung in der Wasserleitung – dem sog. Aquäduktmarmor – fertigten die mittelalterlichen Steinmetze Säulen, Altarplatten und Grababdeckungen.

Der Römerkanal-Wanderweg von Nettersheim bis Köln erschließt diesen großartigen Technikbau in 53 Stationen auf 111 km Länge.

Weiterführende Literatur:

K. Grewe, Atlas der römischen Wasserleitungen nach Köln.
Rheinische Ausgrabungen 26 (Köln 1986).

K. Grewe, Meisterwerke antiker Technik (Mainz 2010).

Der offizielle Wanderführer des Eifelvereins:
K. Grewe, /M. Knauff, Die lange Leitung der Römer (Düren 2012).
[ISBN 978-3-921805-81-7]

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