Detaillierte Wegbeschreibung:
Was könnte ein besserer Startpunkt für die Wanderung entlang des Römerkanales sein als das Naturzentrum Eifel (S). Dies liegt nur etwa 400 Meter vom Bahnhof Nettersheim entfernt und ein Besuch sollte auf keinen Fall fehlen. Die abwechslungsreiche Themenauswahl und deren liebevolle Aufbereitung ist die perfekte Mischung, um sich über die Vielfältigkeit des Lebensraumes Eifel zu informieren. Geologische Besonderheiten und Eigenheiten der Region werden auf spannende Weise erklärt und sind mit einem beeindruckenden Korallenriffaquarium geradezu greifbar. Dabei spielen natürlich auch die Römer, Archäologie und die naturkundliche Geschichte der Region eine wesentliche Rolle.

Den Römern schließlich ist es zu verdanken, dass längst vergangene Zeiten nicht theoretisch bleiben müssen. Durch außergewöhnliche Ingenieurskunst schufen sie hier eines der bemerkenswertesten Bauwerke nördlich der Alpen: den Römerkanal. Zunächst führt der gleichnamige Wanderweg durch Nettersheim, um anschließend den naturnahen Pfaden zum „Grünen Pütz“ (1) im Tal der Urft zu folgen. Diese römische Quellfassung stellt den Beginn der Wasserleitung nach Köln dar. Entlang der Urft wandert man auf ebenen Wegen durch ein reizvolles Bachtal bis zur Ortschaft Urft. Kurz hinter Urft liegt zur Linken die ehemalige Wasserburg Dalbenden (2). Die im 12. Jh. erbaute Anlage wurde in den nachfolgenden Jahrhunderten mehrfach erweitert. Nachdem die Burg im 2. Weltkrieg erhebliche Zerstörungen erlitt, wurden die Gebäude aufwändig restauriert. Gegenüber von Dalbenden heißt es nun kräftig steigen: Ein schmaler Pfad führt durch den dichten Wald hinauf auf den Stolzenberg (3). Ein paar Schritte links des Wanderweges steht man am Rand einer steilen Abbruchkante, von der sich ein herrlicher Eifel-Blick bietet. In dieser exponierten Lage befand sich einst eine mittelalterliche Burganlage, von der noch einige Mauerreste zu sehen sind. Die Wasserleitung gab hier Anlass zu einer Legende: Es wurde von geheimnisvollen Gängen berichtet, die sich unter der Stolzenburg befanden. Vorbei an Wäldern, Wiesen und Feldern führt die Wanderung durch die Dörfer Sötenich und Keldenich (4) nach Dottel, einem Ortsteil von Kall. Durch die Höhenlage des Ortes fällt sofort die weithin sichtbare, strahlend weiß getünchte Kirche in Keldenich ins Auge.

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