Station Nr. 10

Mechernich-Kallmuth

[Wanderweg Km 22,4]

Brunnenstube Klausbrunnen

Die Brunnenstube Klausbrunnen, Ausgrabungsbefund von 1953. Alle für die Rekonstruktion wichtigen Details sind erkennbar.
Die Rekonstruktion macht die Handschrift des antiken Baumeisters deutlich: Wir erkennen dieselben stilistischen Elemente wie im Sammelbecken von Eiserfey.
Zeichnerische Rekonstruktion.

Die Brunnenstube Klausbrunnen bei Mechernich-Kallmuth ist ein besonders schön rekonstruiertes Beispiel für eine römische Quellfassung. Wie die Quellfassungen in den Hausener Benden (1938) und bei Urfey (1951, 2010) wurde auch der Klausbrunnen bei Kallmuth (1935) bei der Suche nach Quellgebieten für die Wasserversorgung in unseren Tagen entdeckt. Dabei ist es schon erstaunlich, dass die römischen Ingenieure mit ihren einfachen Mitteln offensichtlich zu denselben Ergebnissen gekommen waren, wie wir mit den Methoden unserer Zeit.

Im Kallmuther Klausbrunnen befi nden wir uns am Kopfende eines der drei Wasserleitungszweige, die in der ersten Bauphase der Eifelwasserleitung (80/ 90 n. Chr.) gebaut worden sind. Die Brunnenstube mit den Grundmaßen von 3,5 m x 5,8 m ist mit ihrem Fundament bis in die ehemals wasserführende Schicht in das Erdreich eingetieft worden. Das Quellwasser konnte in 3,5 m Tiefe durch die torartigen Öffnungen in den Sandsteinblöcken sowie durch die mörtellos gesetzten Steinlagen in das Becken eindringen. Die aus Grauwacken gesetzten Stürze und Bögen über diesen losen Steinlagen fangen den Druck des aufgehenden Mauerwerks ab. Der obere Rand des Beckens war mit halbrunden Sandsteinen abgedeckt; das Becken selbst war nach oben offen.

Unterhalb dieser Quellfassung ist der in der zweiten Bauphase des Römerkanals errichtete Leitungszweig aus dem Urfttal angeschlossen worden. Das Wasser vom Grünen Pütz, das nicht höhengleich auf die am Klausbrunnen beginnende Leitung traf, wurde vor dem Anschluss durch ein kleines Tosbecken geführt, um die zerstörerische Kraft des Wassers an einer Sollstrecke zu vernichten und um dadurch Beschädigungen am Kanalmauerwerk zu vermeiden. Die dicken Versinterungsschichten im Bereich des Tosbeckens deuten jedenfalls auf starke Turbulenzen im fließenden Wasser hin.

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