Länge der Tour bis Iversheim: 36 km (bis Euskirchen 46 km)
Schwierigkeit: mittelschwer bis schwer, drei kräftige Steigungen, davon zwei längere
Charakteristik: meist autofrei, einige Abschnitte entlang mäßig befahrener Kreis-, Landes- und Bundesstraßen. Einige etwas schlechtere Feldwege- bzw. Waldwegeabschnitte, daher geländetaugliches Rad empfohlen. Für Kinder und Ungeübte kaum geeignet.

Anschlusstouren:

  • Entlang der römischen Wasserleitung, Abschnitt 2 (Iversheim – Lüftelberg)
  • Wasserburgenroute in Richtung Hardtberg – Flamersheim – Rheinbach
  • Erft-Radweg in Richtung Bad Münstereifel – Holzmülheim
  • Erft-Radweg in Richtung Euskirchen – Weilerswist - Kerpen

Mit einem der eindrucksvollsten römischen Bauten, der ca. 100 km langen römischen Wasserleitung von Nettersheim nach Köln, dokumentierten die Römer ihr damaliges technisches Können. Mit dem Bau sowie der ihres Verlaufes haben die Römer Meilensteine in der Ingenieurstechnik gesetzt. An vielen Stellen entlang der Radtour lassen sich die Spuren der römischen Wasserleitung verfolgen.

Vor dem Start in Nettersheim lohnt sich ein Besuch im dortigen Naturzentrum Eifel. Das Naturzentrum beherbergt eine archäologische sowie eine naturkundliche Ausstellung zur heimischen Flora und Fauna. Neben Info-Material und guten Tipps kann man sich dort auch mit Kaffee und Tee stärken.

Vom Bf. Nettersheim geht es links über den Zuitendaalplatz bzw. rechts die  hinauf, im Linksknick der Wegweisung folgend bergab bis zum „Café zur Römerquelle“. Dort links einbiegen; nach einer Weile unterqueren wir die  und passieren den JugendzeltplatzRechts gegenüber befinden sich die Mennenberghöhlen.

An der kommenden Kreuzung der Wegweisung folgend, links über die Bahn, dahinter rechts. Hier ist bereits das erste Hinweisschild zur röm. Brunnenstube zu sehen. Nun geht es immer geradeaus, der Weg wird jedoch zusehends holpriger. Nach einer Weile verlassen wir die Hauptroute und folgen dem Hinweis zur röm. Brunnenstube.

Quellfassung Grüner Pütz:  Diese 1952 gefundene Quellfassung besteht aus einer Sickerleitung, die im weiteren Verlauf der Urft das austretende Quellwasser aufnimmt, sowie der Brunnenstube. Am Hang ist die Leitung aus unvermörtelten Steinen, zur Talseite wasserdicht konstruiert, um das Eindringen von Fremdwasser bzw. Wasserverlust zu verhindern. Aus der Sickerleitung floss das Wasser in die benachbarte Brunnenstube. An den Ecksteinen befanden sich auf beiden Seiten Reliefs, welche Gottheiten abbildeten, die Unglück von der Quelle abhalten sollten. Im Becken staute sich das Wasser, Fremdpartikel konnten sich am Beckengrund im Kiesbett absetzen.

An die Brunnenstube schließt sich der Verlauf der Wasserleitung an. Der Boden und die Seitenwände der U-förmigen Leitung sind aus Gussbeton und mit rötlichem Wandputz abgedichtet, das Gewölbe besteht aus Kalkstein und Grauwacken.

Zurück auf der Hauptroute verzweigt der Weg, wir folgen der Radwegweisung in Richtung Urft. Der Weg wird nun wieder besser, später asphaltiert, führt über die Bahn, danach nach links und später an der Gabelung rechts über die Urft; kurze Zeit später sehen wir bereits Haus Dalbenden, welches als Schullandheim dient.

Haus Dalbenden: Dieser in der zweiten Hälfte des 18.Jh erbaute Gutshof gehörte früher zur benachbarten Burg Dalbenden. Er dient heute als Schullandheim. Auffallend am Hauptgebäude ist ein wohlproportioniertes Haus mit Doppelwalm-Mansarddach und zweiläufigen Treppen an den Längsseiten. 

Der Wegweisung folgend entlang der (stark frequentierten) Landesstraße L 204 geht es ein Stück bis in Höhe der Burg. In dessen Höhe führt die Route links; wir bleiben jedoch ein Stück auf der Landstraße, von der uns nach einigen Metern (Fahrrad abstellen!) ein Pfad zu den drei Aufschlüssen der röm. Wasserleitung führt. Wieder zurück, biegen wir nun in Höhe der Burg rechts ein.

Römische Wasserleitung (Aufrisse): Hier ist teilweise der bergseitige Teil erkennbar. Die aus Gussbeton errichtete u-förmige Rinne sowie das aufgesetzte Gewölbe. Der unterirdische Verlauf schützte das Bauwerk sowie das Wasser vor Frost und Zerstörung.

Burg Dalbenden: ehem. Wasserschloss aus dem 13. Jh (1252). Ausgehend von der ursprünglichen Burg Dalbenden (heutiger Treppenturm mit dahinter liegender quadratischer Burg) wurde die damals komplett von Wassergräben umgebene Burg während des 16. Jh sowie im 18. Jh erweitert. Die Burg diente vor allem zur Sicherung der Eisen verarbeitenden Betriebe im Mittelalter sowie im 2. Weltkrieg dem Westfront-Generalstab der Wehrmacht als Domizil.

Weiter geht es der Wegweisung folgend vorbei an der Urfter Mühle, später führt der Weg in Höhe des Zementwerkes bergauf, später wieder bergab zur L 203, auf diese biegen wir rechts ein und fahren weiter bergab nach Sötenich. Entgegen der Wegweisung verlassen wir die Route, fahren über das Bahngleis, queren in Höhe des Rastplatzes (dort steht ein Stück der röm. Wasserleitung sowie eine Bergbaulore mit Füllmaterial) die L 204, sehen vor uns die Pfarrkirche und fahren an dieser links vorbei, nun (An der Hardt) ständig bergauf. In Höhe des Sportplatzes gabelt sich die Route noch einmal; wir fahren weiter links. Bereits auf halber Höhe entschädigt uns die Aussicht über die Eifelhöhen für den mühevollen Aufstieg.

An der kommenden Kreuzung geht es links immer am Waldrand entlang weiter, anfangs noch bergauf. In der Folgezeit laden Bänke zu einer Rast sowie zum Panoramablick ein. In Keldenich angekommen, geradeaus (Ahornweg) über die Kreisstraße (Dechant-Wolfgarten-Straße).

Geradeaus weiter (Klein-Köln), an der kommenden Kreuzung links (Römerstraße), am Straßenende rechts (Frankenstraße / dort Blick auf Wallenthaler Höhe sowie Gedenkstein an die Opfer des früheren Bleibergwerks in der Gegend). Weiter bergab, über die Umgehungsstraße hinweg, vorbei am Ortsteil Dottel auf der Kreisstraße K 32 weiter bergab durch Kallmuth. Etwa 400 m hinter dem Ort befindet sich rechts der Straße eine röm. Brunnenstube.

röm. Brunnenstube: frei zugängliches ehem. Sammelbecken, neben dem Quellwasser mündete in einem so genannten Tosbecken der Leitungsabschnitt der Quellfassung des Grünen Pütz bei Urft. 20.000 m3 frisches Quellwasser wurde so für Köln bereitgestellt. Erwähnt werden auch die Überführungsbauwerke an Erft und Swistbach sowie der Niedergang im 11. Jh durch die Karolinger, welche die Steine der Leitung als Baumaterial nutzen. Begehrt waren v.a. die Kalkablagerungen (Kalksinter) zur Erstellung von Marmorplatten.

Weiter auf der K 32, an der nächsten Gabelung der Wegweisung folgend links in Richtung Vollem entlang des Veybachtals. Durch Vollem hindurch weiter nach Eiserfey, dort die B 477 queren und der Wegweisung in Richtung Breitenbenden folgen. Am Wegende links (Am Römerkanal), kurz nach Passieren der Tennisanlage befindet sich am Rechtsknick des Weges eine Bank, in deren Höhe ein Aufschluss der röm. Wasserleitung zu sehen ist. In Fahrtrichtung geradeaus geht es kurz vor Vussem links, über den Veybach hinweg gegenüber der Fachwerkkapelle auf die B 477, rechts entlang der Ortsdurchfahrt. In Höhe der Bushaltestelle rechts, wieder über den Veybach, an der kommenden Gabelung links, später dem Hinweisschild folgend rechts zur ehem. röm. Aquäduktbrücke.

Teilstück der rekonstruierten röm. Aquäduktbrücke: 1959 ausgegraben, früher eine ca. 80 m lange, auf 10 – 12 Pfeilern geführtes Aquädukt; hier wurde das Wasser über den Altebach, ein Nebental des Veybachtals, geführt.

Zurück auf die B 477 in Vussem (Haltestelle Schule) geht es weiter der Wegweisung folgend nach Breitenbenden. Die Route führt am Ortsende auf einem Straßen begleitenden Radweg, der kurz vor Breitenbenden endet. In Höhe der kleinen Kirche folgen wir der Radwegweisung in Richtung Holzheim nach rechts; nun geht es bergauf. Hinter der kommenden Gabelung geht es weiter geradeaus, linker Hand befindet sich kurz danach ein weiterer Aufschluss der röm. Wasserleitung. Weiter bergauf über die Autobahn hinweg, an der nächsten Kreuzung links der Wegweisung folgend in den Ort Holzheim hinein.

Ansonsten der Wegweisung folgend rechts weiter, am Ortsausgang (im Hintergrund sind die kleinen Türme von Burg Heistard zu erkennen) in Höhe einer Straßenlampe links einbiegen, über die Umgehungsstraße L 86 hinweg, in der Folge in einem Linksbogen bergauf auf einem Feldweg, der zunehmend holpriger wird. Nach kurzer Zeit ragt ein großer Radar eines Radioteleskops über den Bäumen hervor.

Radioteleskop Stockert: Dieses technische Kleinod aus der Zeit des Kalten Krieges soll mit Mitteln der Stiftung NRW für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

In Höhe des Waldes geht es nun wieder bergab, der Weg wird etwas besser. In Höhe der Golfanlage sowie einer Schutzhütte erreichen wir eine asphaltierte Zufahrt zum Radioteleskop; wir fahren auf dieser Zufahrt bergab (Golfanlage des Golfclub Bad Münstereifel) auf den unter uns liegenden Ort Eschweiler zu. Bei klarer Sicht lassen sich die Kohlekraftwerke in Hürth sowie das Siebengebirge gut sehen.

An der K 45 angekommen, geht es noch vor Erreichen von Eschweiler im spitzen Winkel nach links (Marienbild unter einer Linde). Von der Kreisstraße biegen wir rechts in einen Feldweg ein, bevor die Kreisstraße hinter der Senke wieder bergauf führt. Der folgende schlechte Wegabschnitt führt ebenfalls bergauf , an der kommenden Kreuzung an der roten Bank geht es rechts auf einem asphaltierten Weg (Vorsicht: Wurzelaufbruchschäden!) weiter an Eschweiler vorbei, kurz danach passieren wir eine Schutzhütte und queren etwas später diagonal die K 44, der Wasser-Burgen-Route folgend, zuerst bergan, später rechts, danach bergab an einem Gewerbegebäude vorbei. Im Tal angekommen (Antweiler Höll), folgen wir dem Hinweis links zur röm. Kalkbrennerei.

Röm. Kalkbrennerei: 
Da der Kalk der Nordeifel bei den Römern als Branntkalk zur Erstellung von Mörtel stark nachgefragt war, wurde in der Nähe des Abbruchgesteins ein Kalkofen gebaut. Vor allem Soldaten, aber auch Fremdarbeiter mussten damals die Öfen beschicken sowie den Holznachschub aus den Erftauen gewährleisten. 

Nach Zerstörung der Anlage durch die Franken bauten die Römer diese Öfen umgehend wieder auf, da Kalkmörtel für den Bau weiterer Verteidigungsanlagen dringend benötigt wurde. Statt der ursprünglichen vier Brennöfen wurden nun sechs Öfen beschickt. Die Brennungen dauerten Tag und Nacht, es wurde peinlich genau auf die Brenntemperatur von 1050 ° C geachtet. In der Nähe dieser Kalkfabrik muss es weitere Kalkofenstätten gegeben haben. Von Iversheim aus wurde z.B. die CUT (Xanten) beliefert.

Wie produktiv die Fabriken waren, beweisen folgende Zahlen. Eine Ofenfüllung wurde in 6 – 7 Tagen bewältigt, incl. Abkühlung. In 2 – 3 Tagen wurde der Ofen entleert und neu beschickt. Die monatliche Produktionskapazität lag bei 200 t Kalk. Bei 10 Betrieben in und um Iversheim wurden so 40.000 Zentner Kalk pro Monat hergestellt!

Von der Kalkbrennerei zurück zur Gabelung (Antweiler Höll), dort links, über das Bahngleis sowie die B 51 hinweg in den Ort Iversheim hinein. Ab hier haben wir nun folgende Möglichkeiten:

-> Die Tour beenden: Dann geht es weiter, der Wegweisung durch den Ortskern folgend, in Höhe der Bushaltestelle Iversheim Mitte rechts in die Sackgasse hinein, die B 51 ampelgeschützt queren und dahinter rechts auf den Bahnsteig der Voreifelbahn

Zahlreiche Einkehrmöglichkeiten in Iversheim

-> Die Tour entlang der Erft in Richtung Euskirchen fortsetzen. Dann müssen wir der Wegweisung folgen; der weitere Verlauf ist unproblematischer, da flach. In Euskirchen (letztes Teilstück auf Fahrradstreifen auf der Fahrbahn!) bestehen häufigere und bessere Zugverbindungen in Richtung Köln, Bonn und Gerolstein-Trier)

 

Quelle: Norbert Schmidt

 
Nach oben